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Abschied

Sag zum Abschied …

„Nein, das geht nicht, das kannst Du nicht machen…" war meine erste Reaktion auf die Eröffnung Pfarrer Pirkners, dass er uns höchstwahrscheinlich verlassen wird. Abgesehen von meiner persönlichen Betroffenheit - er ist ja auch mein Chef - fielen mir so viele Dinge ein, die doch ohne ihn nicht funktionieren können. Der Schock saß tief. Nach einiger Zeit der Realitätsverweigerung begann der Nachdenkprozess.
Wir Neuottakringer haben bis jetzt mit Werner Pirkner einen Pfarrer, der vieles möglich gemacht hat, der es geschafft hat, dass viele Mitarbeiter (ehrenamtliche und hauptamtliche) ihre Persönlichkeit einbringen konnten und sich in unserer Pfarre dadurch ein sehr lebendiges und vielfältiges Gemeindeleben entwickelt hat. Wir waren und sind uns seiner Unterstützung und Offenheit bewusst und das gab und gibt uns Sicherheit. Aber jetzt haben manche - und ich zähle mich dazu - das Gefühl, es wird ihnen der Boden unter den Füßen weggezogen. Wie wird unsere Zukunft aussehen?
Ein Gedanke, der nach einiger Zeit und mehreren guten Gesprächen in mir gewachsen ist: Das kann für uns alle eine neue Herausforderung sein. All die vielen Dinge, die wir tun - für wen tun wir sie? Nur für unseren Pfarrer? Eigentlich nicht - er

hat uns gefordert und viele haben Fähigkeiten bei sich entdeckt und entfaltet, die unsere Pfarrgemeinde lebendiger machen. Wir haben Verantwortung übernommen, die aber nicht mit dem Weggang unseres Pfarrers endet. Die Motivation - wir sind die Pfarrgemeinde und tragen alle dazu bei, dass sich unser Pfarrleben weiterentwickelt - sollte im Vordergrund stehen. Nicht Ärger, Frust und Enttäuschung über den Verlust unseres Pfarrers sondern Dankbarkeit für die vergangenen Jahre und das, was er für und mit uns geschafft hat - diese Motivation hilft mir, nicht allzu deprimiert in die Zukunft zu sehen. Natürlich bin ich sehr traurig, dass es zu diesem unerwartet plötzlichen Abschied kommt, da ich Pfarrer Pirkner nicht nur als angenehmen Chef und guten Pfarrer, sondern auch als den Menschen Werner sehr schätze.
Ich weiß, dass ihm die Entscheidung nicht leicht gefallen ist und er lange darum gerungen hat. Trotzdem oder gerade deshalb wünsche ich ihm für seine zukünftige Tätigkeit Kraft, Freude und Erfolg - damit es auch gerechtfertigt ist, dass er uns Neuottakringer zurück lässt!

Gerda Braun
Stv.Vors.d.PGR  und Pfarrsekretärin

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