Familiengottesdienst am Heiligen Abend mit Krippenlegung
Viele Familien waren gekommen um mit den Kindern das Jesuskind in die Krippe zu legen. Bei einzelnen Stationen wurde die Weihnachtsgeschichte nachgespielt und hatte bei der großen Krippe seinen Höhepunkt. Am Ende des Gottesdienstes versammelten sich alle Mitfeiernden bei der Krippe und sangen feierlich „Stille Nacht“. Beim Kirchenausgang verteilten die Pfadfinder das Friedenslicht.
In der Weihnachtspredigt stand das Geheimnis der Menschwerdung Gottes im Mittelpunkt. Weihnachten wurde dabei nicht als romantisches Fest, sondern als radikales Zeichen göttlicher Liebe gedeutet: Gott wird Mensch, verzichtet auf Macht und Größe und kommt als verletzliches Kind in der Krippe zur Welt. Diese Selbsterniedrigung Gottes (Kenosis) ist bereits auf das Kreuz hin ausgerichtet – Weihnachten und Karfreitag gehören untrennbar zusammen.
Die Krippe wurde als Ort der Offenbarung verstanden, an dem Gott sich zuerst den Einfachen zeigt. Sie lädt ein zu Demut, Stille und Vertrauen. Zugleich unterstreicht die Menschwerdung Christi die unantastbare Würde jedes Menschen: Kein Leben ist wertlos, Gott identifiziert sich mit den Armen, Leidenden und Ausgegrenzten.
Schließlich wurde Weihnachten als Licht in der Dunkelheit verkündet: Christus kommt in die Nacht der Welt und schenkt Hoffnung mitten in Angst, Unsicherheit und Leid. Dieses Licht kann von keiner Finsternis ausgelöscht werden.
